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Senioren-Service-Haus – eine Alternative - Leiblfing

Entscheidungsfreiheit und Würde - große Selbständigkeit - Tagespflege

Leiblfing/Schwimmbach: Vor zahlreichen Interessierten stellte Frau Wedel am vergangenen Freitag das Senioren-Service-Haus in Langquaid vor. Frau Wedel leitet seit 20 Jahren einen ambulanten Pflegedienst mit 30 Mitarbeitern. Aus ihrer langjährigen Erfahrung entwickelte sie ein alternatives Konzept für Senioren. Hier können zwei Wohngruppen mit jeweils elf Bewohnern als Solidargemeinschaft leben. Entscheidungen, die den Alltag, die Pflege oder den Mietpreis betreffen, werden von einem Angehörigen-Gremium getroffen. Dort sind die Bewohner oder die Betreuer der Bewohner und die ehrenamtlichen Helfer mitspracheberechtigt. So haben die Senioren weiter ihre Entscheidungsfreiheit und ihre Würde.

Das Haus in Langquaid ist ein altes leerstehendes Gebäude, in dem viele Jahre lang ein Krankenhaus untergebracht war. Als Träger entstand die Wedel-Service-Wohnen-GmbH. Die vorhandene Bausubstanz wird für die neuen Aufgaben umgebaut. Jede Wohngruppe verfügt über unterschiedlich große Zimmer mit eigenen Nass-Zellen und eine Küche mit großem Aufenthaltsraum. Für jede der beiden Wohngruppen steht eine Präsenzkraft zur Verfügung, während der Nacht bleibt eine Kraft als Ansprechpartner im Haus. Pro Etage wird auch ein behindertengerechtes Bad eingebaut. Im Keller befinden sich Werkräume, Friseur- und Massageräume. Ein Aufzug macht es leicht, sich sicher im Haus zu bewegen. Die Bewohner leben in familienähnlichen Gemeinschaften und unterstützen sich gegenseitig. Die Präsenzkraft hilft bei der Bewältigung des Alltags und kann von Ehrenamtlichen unterstützt werden.

Der Bürgermeister von Langquaid unterstützt dieses Konzept. Gleichzeitig wird in diesem Senioren-Service-Haus der Gedanke der "sozialen Stadt" verwirklicht. Im Erdgeschoss entsteht ein Vielzweckraum, der von den Vereinen, Kinder- und Jugendgruppen genützt werden kann. So sollen alle Generationen sich in diesem Haus beheimatet fühlen. Ebenso befindet sich das Büro der "Marktassistentin" als Anlauf- und Beratungsstelle. Auf diese Weise ist es leicht möglich, dass die älteren Bewohner weiter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Das Senioren-Service-Haus bietet eine Tagespflege an, wenn die Angehörigen berufstätig sind, mit Hol- und Bringservice. Es gibt einen offenen Mittagstisch und Verhinderungspflege. Hier können die Senioren noch selber kochen (im Altersheim dürfen sie aus hygienischen Gründen nicht die Küche betreten) und sollen so lange, wie möglich selbstständig bleiben. Es können alle Pflegestufen von 1 – 3 aufgenommen werden. Für jede Lebenssituation kann durch den ambulanten Pflegedienst Hilfe angeboten werden.

Frau Wedel erläuterte, dass es bislang nur zwei solche Wohnformen gibt, zum einen in München für demente Patienten und in Nürnberg. Diese Form der Unterbringung hat selbst für demente Patienten Vorteile, da noch vorhandene Tätigkeiten ausgeübt werden können, wie kochen oder bügeln. Wenn das Projekt guten Zuspruch erfährt, dann kann das Senioren-Service-Haus auch erweitert werden.

Die Zuhörer stellten viele Fragen über alltägliche Probleme, aber auch über die Kosten und den Beitrag der Pflegekasse. Allen war es aber wichtig, auch im Alter noch Aufgaben zu haben und in einer überschaubaren Einheit zu leben. So wäre es wünschenswert, wenn es im Landkreis in Zukunft auch solche alternativen Angebote für unsere älteren Mitbürger gibt.


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